Ich wollte Fussballl schauen. Ecuador/Mexiko. Da reibt man sich mit Boxhandschuhen den Schlaf aus den Augen, tritt sich mit Stollenschuhen in den Allerwertesten, um endlich wach zu werden – dann wird der Anpfiff verlegt. Na prima. Immerhin habe ich so gemerkt, dass steter Tropfen meinen Holzboden höhlt. Schon die zweite Nacht in Folge verpenn ich den Regen, der durch mein Dachfenster fließt.
Eigentlich das ultimative Wetter: tags knappe 30 Grad, nachts Abkühlung inklusive Feuchtigkeit für die geplagte Erde. Herrlich. So kann man den Sommer genießen. Die Schwimmbäder sind leer. Ferien. Das Mutz ist leer. Faire- Rien.
Kein Gast nirgends. Zu heisssssss.
Ab und an mal ein Anruf, ob unsere Innenräume denn klimatisiert seien. Da platzt mir echt die Sonnenhutschnur. Jahrelang haben wir mit vereintem Wahnsinn das Klima ruiniert. Zunächst unwissend und gedankenlos. Dann wider besseres Wissen und hemmungslos. Jetzt quengeln wir über die lang vorhergesagte Hitze und schreien nach Klimakilleranlagen. Vollkommen skrupel- und verantwortungslos denen gegenüber, die da nach uns kommen.
Mittels Klimakiller KI, die permanent die Rechner dampfen lässt, buhlen wir um Gewissensberuhigung, ist bestimmt alles gar nicht soo schlimm. Wohl schlimm.
Ich wäre gerne eine Öko-Diktatorin. Ich verschenkte E Bikes und besteuerte Flugtickets und Autos, verböte Autobahnausbau und schwachsinnige Versieglung. Ich würde viel auf Energiesparen setzen. Wie meine Mama ausgeflippt ist, wenn ich mal eine Lampe habe brennen lassen. Ein Lämpchen!!!
All diese bekloppte Dauerwerbeberieselung. Wer braucht den Quatsch? Überall, an und in U- Bahnen, Zügen, Stationen.
All die ICEs , die vielleicht so heißen, weil es darin konsequent eisig ist. Eisig ist natürlich mein Stichwort. Endlich mal was Positives. Zitrone- Minze. Maracuja. Grapefruit. Und immer wieder Kaffee, als Granita oder einfach mit kalter Milch und Espresso über Eiswürfel, das werde ich jetzt trinken, mit steckt der fehlende Schlaf ganz schön in den Knochen, Dann mache ich mich auf, frischen Fisch kaufen. Diese Woche gibt es Pescado fritto, Sie wissen ja schon, wie magisch Eddys Beziehung zu Fisch ist. Wie magisch Ihre Beziehung zu Schnitzeln ist, weiß ich, passt schon, diese Woche wieder Frankfurter Schnitzel, goldgelb glänzende, fluffige Panade, knusprige Bratkartoffeln, immer mit ein paar, köstlichen Zwiebelchen und natürlich kritzegrüner Soße- ein Sommerfest. Wir feiern noch bis 13. Juli, erst dann gehen wir in ein Päusschen, ungefähr 3 Wochen, das hängt ein bisschen vom Wetter ab, sollte es so extrem heiß sein, ergibt es keinen Sinn, zu öffnen. Kein Gast nirgends. Aber jetzt ist ja gerade Bilderbuchsommer.
Heute Abend ist Kino, nächsten Donnerstag Jazz im Garten mit dem „Kammerzjazz Trio“.
Jetzt geh ich also mal beim Fischhändler angeln, kommen Sie vor unserem Urlaub unbedingt nochmal vorbei, das Essen ist lecker, der Tinto verano steht kalt, das Klima kühlen wir mit EIS
bis denne die Sabine vom Mutz
