Manche Dinge sind kaum auszuhalten schön. Ein wolkenverhangener Blick aufs Meer. Die Abendsonne über silbrig glänzenden Olivenbäumen. Mohnblumen, knallig rot, immer eine Spur zu lang, immer eine Spur zu gakelig. Thymianblüten. Jetzt mal ehrlich, Thymianblüten sehen aus, als hätte ein liebevoller Geist Blümlein für eine Puppenstube erdacht. Winzig, winzig kleine zartlila Blättchen in perfekter Anordnung, jede Miniblüte inspiriert zu einer anderen Idee, hier die Vase im Puppenhaus, dort die Krönung eines Salatbouquets. Beißt man hinein, entfaltet sich eine leicht ätherische Schärfe, köstlich.
Ich habe ein Pistazieneis gegessen, ein „Tris de Pistacchio“. Wirklich unbeschreiblich. Atemberaubend. Ganze geröstete Pistazien, Pistazienmus, Eis, alles harmonisch aufeinander abgestimmt, vermengt in einem „Dreierlei“, unglaublich. Das kommt in meine Testküche, versprochen. Bis ich das perfektioniert habe, werde ich ein paar Versuche starten müssen, meine Kinder werden willig Versuchskaninchen spielen. Es wird einen Moment dauern. Bis dahin müssen Sie mit Meringata, Rhabarberkuchen und Maibowle vorliebnehmen, auch ein Dreierlei ;-).
Kotelett, gebratener grüner und weißer Spargel, Brokkoli und Karotten, dazu ein herrliches Kartoffelpüree entspricht auch dem dreifach konventionellen Wunsch nach Fleisch, Gemüse und Sättigungsbeilage, guten Appetit.
Auf besonderen Wunsch weise ich darauf hin, dass es das köstliche Kohlrabigemüse auch diese Woche gibt. Das erste vegetarische Gericht, das ich vor 100 Jahren aus einem Gräfe Unzer Kochbuch „Vegetarisch!“ gekocht habe, waren witzigerweise gefüllte Kohlrabi mit du Puy-Linsen. Diesmal sind es Belugalinsen und der Kohlrabi ist so perfekt al dente in einer leichten Senf-Rahmsoße, dass es das Backhendl, dass Sie alternativ dazu bestellen können, nicht unbedingt braucht. Aber wie man mag! Lulu verzaubert mit Grießflammerie, luftig, cremig, ein Hauch von Orange, ein bisschen Cointreau, lecker!!!!
Jetzt hätte ich fast vergessen, was ich noch aus meinem italienischen Reise Fundus erzählen wollte, aber das erzähle ich Ihnen einfach nächste Woche. Sonst überschreite ich am Ende die zulässige Newsletterlänge, einer meiner Söhne ist da sehr streng.
Schließlich habe ich noch so viel Veranstaltungshinweise:
- Morgen, Mittwoch zeigen wir um 19:00 Uhr „Palmyra“. Kino im Mutz
- Übermorgen, Donnerstag, haben wir „Lieder, die wir brauchen.“ Konzert im Mutz, Beginn 19:00 Uhr, wir haben noch Platz und freuen uns über zuhörende Rhabarber-Sprizz-Trinker und -Trinkerinnen!
- Mittwoch, 13.5. 19:00 Uhr Autorenlesung mit Hank Zerbolesch.
Im „Kippchen“ prallen Zerboleschs Protagonisten aufeinander. Buchhalter, Lehrer, Schlachter, Musikerinnen, Junkies, Polizistinnen. Wie in einem Staffellauf geben sie sich ihre Geschichten weiter, oft zornig und laut. Aber Zerbolesch mag sie, Zerbolesch kennt sie. Und so findet er die leisen, die zartfühlenden Zwischentöne, die seine Geschichten so wertvoll machen.
- Donnerstag, 14.5., 19:00 Uhr Konzert mit Harald Lange, deutsche Chansons.
- Mittwoch, 20.5, 19:00 Uhr. Veranstaltung mit Nicole Henneberg zu Gabriele Tergit, einer Gerichtsreporterin der Weimarer Zeit. Tergits „Effingers“ sind ein bedeutendes Zeugnis einer vernichteten Kultur. Tergit beschrieb die Welt, aus der sie selbst stammte, deutsches, jüdisches Bildungsbürgertum, von 1880 bis zur nationalsozialistischen Auslöschung. Nicole Henneberg hat eine Biographie über Gabriele Tergit verfasst und ein Blumenführer Tergits herausgegeben, auch ein sehr schönes, lesenswertes Buch. Ich freue mich, wenn Sie kommen.
Solange durchgehalten? Okay, Reservierung gerne ab Mittwoch unter der 069 96 86 47 58 oder jederzeit per Mail. Liebe Grüße und bis die Tage die Sabine vom Mutz
