Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben.
Tanken in Italien.
Hier dreht sich ja gerade viel um Spritpreise. Um „Tankrabatte“, die den Steuerzahler in zwei Monaten über eine schlappe Milliarde Euro kosten. Wenig dreht sich um Tempolimit, kostet nicht so viel, ach doch, klar, die Freiheit. Freie Fahrt für freie Bürger. Heidewitzka, was ein Freiheitsbegriff.
In Italien fühlt man eine andere Freiheit.
Man klemmt entspannt im Cinquecento, blickt verwegen cool durch die verspiegelte Sonnenbrille, wäre es nicht gerade eine Tanke, an der man sich befindet, hätte man eine MS zwischen den Lippen. Man könnte aussteigen und selber tanken. Oder man lässt sein Auto betanken. Vom Tankwart, der oft eine Tankwartin ist. Die Scheiben werden vom Saharastaub gesäubert, ein Zwanzig Euro Schein wechselt den Besitzer und „Ciao“. Die Freiheit, im Auto sitzen zu bleiben, kostet schlappe 28 cent Aufpreis PRO LITER. Und alle bleiben sitzen. Nur um Missverständnissen vorzubeugen, ich finde das nicht faul, ich finde das nicht verschwenderisch, ich finde es schön. Ich hatte das Gefühl, kein Mensch macht sich verrückt, wegen 30 Pfennigen mehr den Liter. Man hat es bequem und der oder die Tankwart hat nen Job. Ich glaube nicht, dass die entspannten Sitztanker unbedingt monetär alle besser aufgestellt sind als wir. Aber dass Sie weniger Gedanken an den Spritpreis verschwenden.
Wenn einer eine Reise tut….. Mein Kind mit Deutschlandticket am Muttertagsabend unterwegs durch Deutschland. Der Regio brutal überfüllt, im Flur stehen 80 Leute, keiner passt mehr rein und alle wollen mit.
„Und, Mama, alle waren soo freundlich, Soo hilfsbereit. Jeder ist zur Seite gerückt und hat versucht Platz zu schaffen, wo kein Platz mehr war. Man hat geschaut – braucht jemand den Sitzplatz vielleicht nötiger als man selbst?? Sogar als jemand mit Klapprad eingestiegen ist, gab es nur Hilfsbereitschaft und keinen Unmut.“
HA! So erlebe ich nämlich meine Umwelt auch – Freundlich, hilfsbereit, zusammenrückend. Okay, beim Autofahren werden oft die Ellenbogen ausgepackt, kenn ich leider von mir selbst, übrigens auch von meinen italienischen Freunden.
Auch wenn einer keine Reise tut, kann er was erleben. Sollten Sie das lange Vatertagswochenende zuhause verbringen, haben wir viele nette Angebote für Sie. Heute, am Mittwoch, haben wir eine Autorenlesung mit Hank Zerbolesch. Der Autor war schon mal im Mutz bei einer Text und Tenor Veranstaltung und hat da so überzeugend „performt“, dass wir ihn eingeladen haben. Leider haben wir erst ganz wenig Reservierungen, vielleicht geben Sie sich einen Schubs und kommen, um einem jungen, wenig bekannten Autor zuzuhören, das ist oft wirklich toll. Die Lesung beginnt um 19:00 Uhr. Es gibt auch was zu Essen 🙂 Rinderbraten mit Sellerie- Blumenkohlpüree und Endiviensalat in einem Joghurtdressing. Kotelett mit frischem deutschem Spargel und Hollandaiseschäumsche, Piccata vom Hähnchen…. Dann stehen Sie am Donnerstag auf und der Bäcker ums Eck hat zu. Null problemo. Vatertagsfrühstück im Mutz, danach am Abend Chansons mit Harald Lange, auch ab 19:00 Uhr. Noch hab ich genug Waldmeister für weitere Maibowle. Fast hätt ich es vergessen, jetzt ist er schon am Start, der erste Erdbeerkuchen, es geht los, Eine Reise in die Kindheit, Opas Schrebergarten, Omas Erdbeerkuchen und klebrige Limonadenfinger. Limo mach ich auch, das Wetter ist eh meistens besser als angesagt. Ci vediamo
die Sabine vom Mutz
