Um 21:30 wird es dunkel. Ups. Eben noch ein einziges Sommerfest mit Hitze, Eis und ganz viel Durst. Jetzt Regen. Kürzere Tage. Endlich mal wieder zuhause bleiben. Aufräumen, ein paar Rechnungen abheften, das Bücher-Regal sortieren. Regnet ja.
Wobei es zuvor so heiß war, dass man auch zuhause blieb. Bewegungslos. Wie ne Echse in der Sonne – aber bitte ohne Sonne.
Jetzt herrschen wieder Normaltemperaturen und wir müssen mit solarbetriebenem Turbo schleunigst überlegen, was wir alle gemeinsam besser machen können. Damit nicht irgendwann auch die Echsen um Schatten streiten…
Sollten Sie eine gute Idee haben: ich steh parat. Irgend so ne geniale Mitmachidee mit affirmativem Slogan.
Packen viele Hände an, ist die Arbeit schnell getan 🙂 Zack, Durchschnittstemperatur runter statt hoch.
Weil das Auto 2 Tage die Woche stehen bleibt. Oder alle Bildschirme aus. Oder die Flugpreise rechnen die Umweltverschmutzung mit ein. Sagt man gar nicht mehr „Umweltverschmutzung“, wir sind so wunderbar sauber. Wir spritzen im Sommer die Kippen von den Bürgersteigen, man nimmt den Schlauch, herrlich bequem, Trinkwasser 1a Qualität, ab auf den dampfenden Asphalt. Das war letzte Woche. Und jetzt werden die Heizstrahler montiert, damit wir im Herbst schön im Warmen sitzen. Ich seh das. Und fass es nicht. Ich fass es einfach nicht. Ich weiß gar nicht, wo ich reinbeißen soll, um nicht tollwütig zu werden.
Vielleicht provozieren wir eine Natur, die irgendwann mit aller Kraft zurückschlägt. Das wäre fair.
Stattdessen beschenkt sie uns weiter. Zwetschgen, Birnen. Trauben. Mirabellen. Ich habe bayrische Birnen bekommen, süss und saftig, die hab ich in Zimt, Nelken und Johannisbeersaft gekocht, das klingt schon fast weihnachtlich, vielleicht beschwert sich mein Junge deshalb, das ganze Haus würde stinken, statt sich an dem Duft zu erfreuen. Meine Joghurt Panna Cotta mochte er auch nicht, zu viel Joghurt, zu wenig Panna, ich bin gespannt, wie Sie sie finden. Zum Kaffeeeeis habe ich Katzenzungen gebacken, das ist wirklich nochmal ein Upgrade, mega.
Es gibt ein ganz, ganz nettes Eisbuch von Peter Peter aus dem Wagenbachverlag. Wann gab es das erste Eis, wie hat man es gemacht, erhalten, gelagert? Wie wurde es von wem transportiert?? Wer mochte wann welche Art von Eis, wann kam es wie nach Deutschland, wo sind sie, die besten Eisdielen? Der Autor schreibt unterhaltsam, sein Fachwissen ist enorm, es macht viel Spaß, im Buch zu schmökern, es ist ein richtig schönes Geschenk und man bekommt natürlich Lust auf „Gelato“, so heißt das Büchlein. Das Buch liegt im schon Mutz, Eis hab ich auch, Straccia, Kaffee und Minze Zitrone.
Frische Pfifferlinge gibt es mit einem Kotelett vom Schwein, dazu Kartoffelpüree, das Ganze konkurriert mit Encocado, diesem unbeschreiblich genialem Fischgericht aus Ecuador, dieses vielleicht erst ab Donnerstag. Sicher gibt es am Donnerstag südamerikanische Musik, 19:00, leider haben wir erstaunlicherweise noch nicht viele Reservierungen, kommen Sie! Erstens sind es total nette Musiker, zweitens ist es ein wunderbares Sommerkonzert und drittens vielleicht im Garten, unter Holunderbeeren, Quitten und Maronen, noch ist er da, der Sommer. Auch wenn es um 21:30 dunkel wird.
Ich freu mich auf Ihre Reservierungen! die Sabine vom Mutz
