Vor Jahren war ich mal mit meiner ganzen Mespoke in Marokko.
Es war genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Geheimnisvoll, Mystisch. Verzaubernd.
Märkte, die zu Recht Basare hießen. Männer mit rotem Fez oder schneeweißen Kleidern. Schlangenbeschwörer, Flötenspiel und Rauchschwaden am Djemaa el-Fna.
Abend für Abend habe ich auf Dachterrassen gesessen, in Rabat, Casablanca und Marrakesch. Auf meinem Schoß ein dickes Buch, die Protagonisten Seefahrer, Räuber, Wesire und Kalifen, aber auch Schuhflicker, Bäcker, doppelt bestohlene Geldwechsler, bucklige Rossknechte. Die Frauen natürlich schön wie Monde ;-). Vor mir meine Kinderschar, leuchtende Augen und gespitzte Ohren, nicht immer, aber doch meistens, gespannte, aufmerksame Zuhörer und Zuhörerinnen. Welche Geschichte würde Scheherazade heute erzählen?
Jetzt höre ich selber zu.
Wenn es irgend geht, jeden Morgen um etwa 8:45 Uhr- Deutschlandfunk Kultur Wunderbar eingesprochen, sanft musikalisch untermalt, schöne arabische Passagen – jede Folge eine kurze, von Herzen willkommene Entführung auf einen fliegendem Teppich, gewebt aus kraftvoll bunten Bildern voller goldener Dinare, glitzernden Schwertern, roten, blauen und weißen Gewändern. Geradezu betörende Sprachpoesie und -Melodie. Toll!!
So bekam neulich in einer der Geschichten der Bräutigam, der sich voller Genuss über die „Sirbadscha“ hergemacht hatte, Finger und Zehen abgehackt, weil er sich nach dem Essen nicht die Hände gewaschen hatte. Heftig, ja, aber ich musste natürlich wissen, was das denn ist, so ne „Sirbadscha“, die wollte ich auch gern mal zubereiten. Mir kribbelte es schon richtig in den intakten 10 Fingern, irgendwas mit Pistazien und Mandeln und Rosenwasser- und vielleicht Feigen??
Aber ich find nix zu „Sirbadscha“. NIX, Schade.
Dann zauber ich halt Kaffeekrokant, und rühr Haselnuss-Schokoladenbaiser, das Ganze mit Espresso-Parfait gefüllt, zum Fingerabschlecken lecker.
120 x wäscht sich der arme, traumatisierte Kerl fortan nach jedem Essen die Hände, also das, was seine Frau noch an Fingern drangelassen hat.
Mein Walnusseis passt kulinarisch auch zu 1001 Nacht, mit goldgelb karamellisierten Nüssen, dazu Zwetschgenkompott mit einem Hauch Zimt und einem Spritzer Rum, (natürlich gibt es weiterhin auch Zwetschenkuchen).
Der kross-knusprig in Öl ausgebackene Wolfsbarsch mit dem pikantem Encocado, so eine Art vorzügliches Fischcurry, ist einfach zu gut, den gibt es diese Woche weiter. Vegetarisch bleiben wir in Ecuador, Linsen werden mit einer Art Paste aus Knoblauch, Stangensellerie, Schlotten und Cumin in Gemüsebrühe gegart, dazu isst man Reis und Avocado, welch ein Geschenk, dass man nicht mit dem Teppich losdüsen muss, um so herrliche Dinge zu probieren.
Einfach nur ins Mutz kommen. Ist auch ganz ungefährlich. Ich bleib entgegen Zeitgeist und bluttriefenden Erzählungen Pazifistin. Stell Dir vor, Du vergisst nach dem Essen die Hände zu waschen und die Finger bleiben dran.
Willkommen im Mutz 🙂
es grüßt
die Sabine vom Mutz
Die kommenden Veranstaltungen hier nochmal anbei , morgen Kino und dann sehr schöne Konzerte, kommen Sie vorbei…..
Am Mittwoch ab 19:00 Uhr Kino „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“
- Donnerstag, den 3.9., ruhiger, harmonischer Kammerjazzabend mit Axel Freudenberger und Christian Müntz
- Donnerstag, den 10.9 ein Abend mit französischen Chansons, es spielt das Trio „Esprit de Paris“ !!!
- Donnerstag, den 24.9. haben wir mal wieder Weltmusik voller Lebensfreude mit “ Muzika Goia“
- alle Konzerte ab 19:00 Uhr
