Newsletter 27.05.2026

„When we were young“. 

Als wir jung waren. 

Zarte 25 Lenze hatte Adele auf dem Buckel, als sie sich sehnsuchtsvoll daran erinnerte, wie es mal war. Als sie jung war. Was ist man, wenn man 45 Lenze später ins Rentenalter eintritt? Ein Fossil?

Wenn ich mir ganz viel Mühe gebe und meine vergreisten Zellen mit Kaffee, Cola und allem, was sonst noch hilft, in Schwung bringe, gelingt es mir, mich schemenhaft zu erinnern.

 Wäldchestag. 

Ein veritabler Feiertag. Schulfrei am Dienstagmorgen, ganz Frankfurt auf den Beinen, ab in den Wald. Bei uns die komplette Mespoke. Vater, Mutter, Brüder, Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen, heute alle ausnahmslos grau, damals? Naja, die Bilder sind halt schemenhaft. Die Altern haben jedenfalls Frühschoppen gehalten, auf langen Bierbänken die Welt und ihre Lage verbessert und wir Kids, die wir damals noch „Fast- Teenager“ hießen, haben am Autoscooterrand gestanden. Den vor Coolness und Verruchtheit strotzenden Jungs um die 17 mit unseren 10, 11 Jahren erfolglos schmachtende Blicke zu geworfen,

„When I was young“ gab es Schüleraustausch. Man tauchte eine Woche oder gar 2 ein in eine  fremde Welt. Man konnte die Sprache nicht, staunte über die Tischsitten und empörte sich über den schlechten Deutschunterricht. Kamen die Schüler dann zu uns, war es aufregend, man war so viel in der Gruppe zusammen, so viele französische/ britische/ italienische Kinder, man musste sich als Stadtführerin beweisen, Museumsbesuch hier und Goethetum dort.

„When I was young“ und meine Kinder in der Schule waren, gab es keinen Schüleraustausch mehr. Zu kompliziert. Zu anstrengend. Ich glaube, unser Hang zur Bequemlichkeit ist echt ein Killer. Falls Sie jetzt vielleicht innerlich einwenden, ich würde ja nun auch bequem, weit gefehlt. Ja, wir öffnen tatsächlich schon ab diese Woche, also ab Mittwoch, den 27.5, Mittwochs und Donnerstags erst um 15:00 Uhr. Aber wirklich nicht aus Bequemlichkeit. 

Wir haben eine große Lust, Sie zu bewirten und eine große Freude an der Arbeit. Entsprechend der unglaublichen Hitze, die über uns hereingebrochen ist wie eine umgedrehte Sintflut, passen wir unser Programm an. Wie in Andalusien oder in Apulien. Zeitlich, aber vor allem kulinarisch. Ich habe Unmengen von Granita gemacht, richtige Granita, keine gefärbten Sirupplörre, sondern eine Art aromatisch erfrischendes Crushed Ice mit Geschmack as its best. Kaffeegranita macht hitzeermüdete Geister munter und die “ Hugo“granita aus Holler, Limette und Sekt ist krass lecker. Wem es selbst für Erdbeerkuchen zu heiß sein sollte, habe ich soeben Espressoparfait nach Ottolenghi und Meringata nach mir 🙂 gemacht. Aber man kann auch was Richtiges essen. Eine Bowl zum Beispiel, mit Spargel, Rote Bete, Quinoa, Bohnen, Erbsen, Joghurtdressing… Es gibt Gyros, das Fleisch mariniert (und einmassiert) mit Cayennepfeffer, Oregano und hauchdünnen Zwiebeln, dann in der Pfanne karamellisiert, genau das Richtige für das Wetter, naja, der Frankfurter Klassiker ist schon auch ziemlich passend. 

Kultur??

  • Mittwochabend Kino „Amrum“ 19:30
  • Donnerstag haben wir um 19:00 Uhr  einen einstündigen Vortrag des Stadtteilhistorikers Stefan Ziegler über die Niederurseler Mühlen
  • Sonntagabend Lesung „tausend Fenster“ 18:00 Uhr
  • Musik am 3.6 mit Axel Freudenberger und Christian Müntz
  • Lesung 4.6. liest der wunderbare frankfurter Mainzer Michael Bohl im Rahmen von „Mainz liest ( in Frankfurt) ein Buch“ aus dem Roman „Oben Erde, unten Himmel“ 19:00 Uhr

Jetzt bin ich müde.

Bis die Tage, kommen Sie gut durch die Hitze die Sabine vom Mutz