Newsletter 30.09.2026 – immer wieder stolpern

Ich erzähle Ihnen mal eine Geschichte. Wenn sie nicht immer Geschichten hören wollen, weil Sie eigentlich einfach Lust auf einen Schweinsbraten mit Semmelknödeln haben- die Semmelknödel  ausschließlich mit frischen Semmeln zubereitet- und der Koch schlägt am heiligen Ruhetag in der Küche auf, nur um die Soße für den Schweinebraten anzusetzen, was ja eigentlich auch schon eine Geschichte wert ist, also, wenn Sie nur wissen möchten, dass wir am Mittwoch den Film “ gelbe Briefe“, am Donnerstag die Frankfurt-Krimi-Lesung „Handkäs-Masala“ haben und es weiter diese leckeren gratinierten Kürbisspalten gibt oder ein Backendl, dann können Sie jetzt alles überspringen, das Beste kommt zwar bekanntlich immer zum Schluss, Dessert zum Beispiel, aber manchmal ist man dann doch zu satt. Obwohl, dieses Tiramisu…..
Meine Geschichte geht so:Es war einmal ein Kölner Bub, der  jüngste von drei Brüdern. Köln war zu Beginn der 20. Jahrhundert ein Hot Spot für Radler, und der Junge konnte  radeln wie der Teufel. Sein Trainer, ein Jude namens Ernst Berliner  und der Junge, Albert Richter wurden ein wunderbares Team. 1932 wurde Richter, damals 20 Jahre jung, Weltmeister der Amateure. Ambitioniert startete er seine Profilaufbahn. Ich könnte nun weiter erzählen, von dem jungen, aufrechten Mann, der sich dem Hitlergruß verweigerte, der an seinem jüdischen Trainer festhielt und niemals ein Trikot mit Hakenkreuz anzog.Oder von seinem Trainer . Dessen sechs Geschwister von den Nazis ermordet wurden. Vom schrecklichen Tod des 28 jährigen Albert Richter.Ich kenne diese Geschicten, weil es Stolpersteine für diese zwei Männer gibt. Die Stolpersteininitiative verlegt nicht nur Steine, sie investiert viel Zeit, Kraft, Energie und Geld , um die Schicksale der entrechteten Menschen zu recherchieren, zu dokumentieren und damit das Erinnern möglich zu machen.Ein Beitrag der Möglichkeit zur Versöhnung mit begangenem Unrecht, ein Beitrag zu Innehalten und Auseinandersetzung.Es gefällt mir nicht, wenn ich plötzlich dauernd von Stolpersteinen schreibe. Aber wenn eine Partei, die sich christlich nennt und eine Partei, die eine Alternative für Menschen in Deutschland zu sein scheint ,  gemeinsam entscheiden, keine Stolpersteine zu verlegen,  dann ist das schon ein Aufreger. Ich frage mich, wann wir reagieren. Wann wir sagen, eben reicht es. Was wir dagegen tun können. Ich weiß es wirklich nicht. Aber es frustriert mich. Und wenn wir schon beim Frust sind: wenn der Rhein 42 cm tief ist und wir immer noch nach Tankrabatt schreien, dann verzweifel ich so langsam.Ich glaube, ich mag nix mehr hören und nix mehr sehen. Nur noch Mutz und Musik, am 3. Oktober, dem schönen Heile Welt Strassenfest in Niederursel spielen von 15.00 bis 17:00 Axel Freudenberger und Christian Müntz im Mutz, je nach Wetter draussen oder drinnen.Am Sonntag, den 4.10 schließen wir ausnahmsweise um 16:30!!!!!!
Am Mittwoch, den 14,10 um 19:30 begrüßen wir im Mutz  Autoren und Autorinnen, die auf der offenen Lesebühne “ Text und Tenor“ bisher unveröffentlichte Texte zu Gehör bringen. Eine extrem interessante und kurzweilige Veranstaltung, bei der immer 3-4 tolle, vollkommen unterschiedliche Texte vorgetragen werden und der Raum für offene Fragen besteht. Donnerstag, den 22.10 spielt im Mutz “ Reverend Schulzz“ seinen ganz besonderen Urban Folk, der so großartig ist, dass man sich fragt, warum seine letzte Single heißt “ I never had a hit!“Fragen über Fragen.Gute Nacht
die Sabine vom Mutz